
EVBK.e.V.
EUROPÄISCHE VEREINIGUNG BILDENDER KÜNSTLER AUS EIFEL UND ARDENNEN
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...Doch das alles hat eine Vorgeschichte, und muß schnell berichtet werden, damit die Erinnerung erhalten bleibt:
WENN AM 26. JULI DIESES JAHRES AM NACHMITTAG IN PRÜM DIE DIESJÄHRIGE AUSSTELLUNG DER EUROPÄISCHEN VEREINIGUNG BILDENDER KÜNSTLER AUS EIFEL UND ARDENNEN ERÖFFNET WIRD, DANN IST ES DIE 4o. AUSSTELLUNG. DAS IST EINE ECHTE GELEGENHEIT, AUS JETZIGER SICHT DIE VERGANGENEN 40 JAHRE DIESER GEMEINSCHAFT KURZ VORBEIZIEHEN ZU LASSEN. BESONDERS DER EiFELVEREIN UND SEINE MITGLIEDER SOLLEN DAS JUBILÄUM MIT DEN KÜNSTLERN GENIESSEN. NIEMAND IST BERECHTIGTER ALS SIE, DENN ES WAR EINE IDEE DES EIFELVEREINS, HIER IN PRÜM EINE KUNSTAUSSTELLUNG AUFZUZIEHEN.
Friedrich Wilhelm Knopp, der leider viel zu früh verstorbene Geschäftsführer, und Dr.Josef Schramm in der Zeitschrift DIE EIFFL, Juni 1959, schildern die Anfänge in etwa so: Baron de Nothomb, Rechtsanwalt Dr.Dr.Laury, Lüttich sowie der deutsche Konsul Müller aus Lüttich treten bereits 1954, also neun Jahre nach Kriegsende an Dr. Schramm heran und berieten über die Gründung einer Europäischen Vereinigung für Eifel und Ardennen. Feierlich wird die Vereinigung im Jahr darauf in Brüssel gegründet. Bei einem Treffen in Kronenburg 1956 erfolgt die Bestätigung durch die Gremien des Eifelvereins, daran anschließend das erste Treffen aller Beteiligten in Clervaux, Luxemburg. 1957 folgen abermals zwei Treffen, nämlich in der Departement-Hauptstadt der Ardennen, in Charleville-Méziéres und das I. Gesamttreffen in der Eifel, eben in Prüm.
Das Gremium kam überein, sich jährlich an einem anderen Ort der Region zu treffen, und zwar reihum. Der Eifelverein war als Vertreter Deutschlands mit folgenden Überlegungen zur Gründung und Vertretung unseres Landes auserkoren worden. Weder ist er eine politische Organisation, noch irgendeiner Partei verpflichtet. Sein Arbeitsgebiet sind Nord- und Südeifel und deckt sich mit dem Raum, der in der Vereinigung Eifel benannt ist. Seine Arbeit ist auf Pflege und Erhalt der Eifel ausgerichtet. Natürlich erleichterte dieser Zustand unseren ausländischen Freunden ungemein den Weg. Die Vizepräsidenten Barons de Nothomb waren in den frühen Jahren Baron d'Otreppe de Bouvette für Frankreich, Georges Wagner, damals luxemburgischer Kammerabgeordneter für Luxemburg, und, wie gesagt, Dr. Schramm für Deutschland.
Durch diese Treffen mit starkem Bezug zur Örtlichkeit war also dem Eifelverein ein Markstein gesetzt. Er hatte darauf gedrängt, 1957 unbedingt nach Prüm zu kommen. Hier war das Grabmal Lothars 1., des Enkels Karls des Großen, dem sich die vier Länder besonders verbunden fühlten. Über dem Grabmal des Kaisers erhob sich die Abteikirche des ehemaligen Klosters. Josef Schramm wäre nicht Josef Schramm gewesen, wenn er die Gunst der Stunde nicht genutzt hätte, das Treffen des Groupement mit dem Eifel-Verein ausgerechnet in Prüm zu begehen. Es sollte glanzvoll werden.
Um das Treffen zu bereichern, nahm er die Anregung des Kulturausschusses der Vereinigung auf, in Prüm eine Kunstausstellung herzurichten. Das Groupement hatte nämlich Ausschüsse für verschiedene Aufgaben gebildet. Darunter war einer für Geschichte und Kultur des Raumes, dem solche Ausstellungen oblagen.
Darauf wandte Dr. Schramm sich an den ihm bekannten Eifelmaler Curtius Schulten, der sofort Kontakte zu befreundeten Malern aufnahm. Sie führten zu Hanns Altmeier, wichtig als Präsident des Berufsverbandes Bildender Künstler Rheinland-Pfalz und Saarland, zu Rolf Dettmann, der in Kronenburg - einst das Malerdorf - wohnte, zu Jupp Kuckartz, dem Vorsitzenden des Aachener Künstlerbundes und zu Pit Kreuzberg in Schalkenmehren, dem Eifel-Maler.
"Die Anfangsschwierigkeiten", so schreibt Hanns Altmeier zu dieser Ausstellung 1957, "schienen unüberwindlich. Woher die Mittel beschaffen? Wie soll die Arbeit in Prüm, dem Ausstellungsort, getan werden, da keiner der Künstler dort lebt? Abhilfe kam aus Prüm selbst". Immerhin konnten 47 Maler und Bildhauer diese erste Ausstellung beschicken. Eröffnung am 6. September 1957 in der Berufsschule Prüm - Beendigung am 22. September. Alle Nachbarländer waren, wenn auch in sehr unterschiedlicher Zahl, durch Künstler vertreten. Damit wurde eine enorme Schwierigkeit sichtbar, die selbst nach vielen Jahren nie ganz behoben werden konnte: jene Schwierigkeit war und blieb der Zoll. Künstler hätten sich in genügend großer Zahl beteiligt, wenn sie nicht die furchtbare Scheu vor den speziell französischen Zollbehörden und ihren Auflagen gehabt hätten. "Manches gut gemeinte Werk bekannter Heimatmaler mußte außerdem durch die Jury abgelehnt werden", denn, so heißt es zusätzlich bei Altmeier weiter, "an eine ländliche Idylle" war nicht gedacht. Es sollte eine künstlerische Demonstration sein.
Nur schade, so muß man sagen, daß diese mit Erwartung, Schweiß und Ärger entstandene Ausstellung längst nicht die Resonanz im Publikum fand, die sie verdient hatte. Der um die EVBK sehr verdiente Oberinspektor Gauer aus Prüm mußte feststellen, "daß die Einwohner der Kreisstadt zu dieser Ausstellung keinen rechten Kontakt fanden".
Trotz dieser Schwierigkeiten beschlossen die Künstler, als sie am Abend des letzten Tages in der Gaststätte Bartschke zum Ausklang zusammensaßen, die Gründung einer Künstlergemeinschaft innerhalb der Europäischen Vereinigung Eifel und Ardennen (EvEA). Dabei waren Professor Goergen aus Luxemburg, Herr Greisch aus Belgien, die Aachener Kuckartz, Sanke und Küpper, Aus der Eifel die Maler Dettmann, Schulten und Schaefer sowie Professor Altmeier aus Koblenz. Anwesend waren auch die Herren Gauer und Karz, nicht wegzudenken aus den frühen Jahren, die gleich mit Ämtern bedacht wurden. Herr Karz übernahm die Stelle der Finanzverwaltung und Herr Gauer wurde örtlicher Ausstellungsleiter. Zum Vorsitzenden wurde Hanns Altmeier gewählt, sein Vertreter Curtius Schulten, Geschäftsführer wurde Jupp Kuckartz und Pressereferent zunächst Rolf Dettmann und später Konrad Schaefer.
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